Stellungnahme der Sunderner CDU zur Innenstadtentwicklung

In der vergangenen Woche wurde vom Bürgermeister der Stadt Sundern ein neuer Sachstand zum Thema Innenstadtentwicklung an die Presse übermittelt, der sicherlich nicht nur bei den Ratsmitgliedern der Union für Erstaunen gesorgt hat. Bürgermeister Brodel spricht davon, dass er nicht unglücklich darüber sei, dass die ITG Düsseldorf als Investor nun final ausgeschieden ist und darüber hinaus „nur Probleme durch solche Monolithen“ für eine Stadt entstünden. Der neue Ansatz im Rathaus scheint zu sein, dass man zunächst einzig auf Renaturierung der Röhr setze, um kleine Cafés dort anzusiedeln und daraus erhöhte Aufenthaltsqualität zu erzielen. „Für die Betreiber der derzeitigen Cafés ist eine solche Aussage doch ein Schlag ins Gesicht“, sagt das örtliche CDU-Ratsmitglied Marcus Schauerte; und die Vorstellung, dass ein erhöhter Zulauf daraus resultiere sei doch „ein wenig zu romantisch.“ Zumal sich die Frage stelle, ob die Fördermittel hierfür überhaupt schon beantragt wurden und wie die finanziellen Auswirkungen für unsere Stadt bei einer Bewilligung aussähen. Der Eigenanteil liegt mutmaßlich immerhin bei stolzen 10 bis 20 Prozent der Gesamtmaßnahme.

„Dass allein durch städtebauliche Änderungen und die Aufwertung des Röhrgewässers ein nachhaltiger Anstieg bei der Frequentierung der Fußgängerzone erreicht werden kann, bezweifeln wir doch stark“, so Ratsmitglied Marc-Oliver Stiewe. Vielmehr sei ein solcher Anstieg nur über einen vernünftigen Ankerbetrieb, der als Zugpferd für die Innenstadt dient, zu erreichen. Und ein solcher Betrieb muss direkt an die Fußgängerzone angrenzen, um diese zu beleben.

Viele der Sunderner CDU-Ratsmitglieder haben ihr Ohr auch bei den Geschäftsinhabern und Betreibern, die sich – bis auf einige wenige – wünschen, dass wieder mehr Leben in die Kernstadt kommt. Die letzten Jahre und die Weggänge einzelner Fillialisten zeigen die ernste Lage sehr deutlich.

Gerade auch aufgrund des fast einhelligen Konsens bei allen für Sundern zuständigen Ratsmitgliedern über die Parteigrenzen hinweg, ist es wenig nachvollziehbar, dass nun die harte und mühevolle Arbeit von Politik und Verwaltung der letzten Jahre, nicht zuletzt deutlich unterstrichen durch die Bürgerbeteiligung in den drei Werkstattgesprächen, offenbar völlig ignoriert wird. Vor allem das eilige Vorpreschen des Bürgermeisters wird von den CDU-Politikern stark kritisiert, zumal diesbezüglich auf Einladung des Ortsvorstehers Hans-Jürgen Schauerte nochmals alle betroffenen Ratsmitglieder an einem Tisch zusammenkommen werden. „Wir vermissen einfach die so oft versprochene Transparenz und Offenheit gegenüber der Politik“, so die CDU-Vertreter.

Das detaillierte Einzelhandelsgutachten der Stadtplaner Stadt + Handel besagt ebenfalls, dass die angedachten Maßnahmen zur Aufwertung der Stadt und zur Verbesserung der Situation führen können. Leider ist nun einer der letzten Hoffnungsschimmer dahin und das obwohl ein politischer Grundsatzbeschluss vorlag und 35 Einzelhändler aus der Innenstadt dies deutlich mit ihrer Unterschrift unterstrichen haben. Die Unterzeichner sprachen sich damit eindeutig für die von der ITG geplanten Entwicklung aus. Die vorgenannte Maßnahme hätte auch keine finanziellen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt gehabt.

Deshalb fordert die CDU jetzt erneut die Beantwortung der Frage, wie es dann zur Beendigung dieses Projekts kommen konnte und wo die versprochene Transparenz des neuen Rathauschefs in dieser Sache bleibt. Auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Marcus Schauerte im Stadtentwicklungsausschuss wurde vom entsprechenden Fachbereichsleiter Schäfer die Auskunft erteilt, dass es neben der ITG offenbar noch weitere interessierte Investoren gebe. Bürgermeister Brodel hat jedoch gegenüber Immobilien- und Grundstückseigentümern die Aussage getroffen, dass dem nicht so sei und keine weiteren Investoren gesprächsbereit wären. „An dieser Stelle zweifeln wir am Wahrheitsgehalt dieser Aussage. Ich habe das Gefühl, dass dieses Thema ohne Politik und ohne weiteres Aufsehen ad acta gelegt werden soll“, führt Schauerte weiter aus.

Es mag sein, dass die verbliebenen Einzelhändler noch „keine Tränen in den Augen“ haben mögen. Dennoch muss jetzt auch auf Anraten der CDU dringend etwas in unserer Innenstadt geschehen, damit dies auch weiterhin so bleibt. „Der Internethandel stellt den stationären Handel ohnehin schon vor sehr große Herausforderungen, daher sollten wir – Politik, Veraltung und Handel – alle Möglichkeiten ausloten und vor allem nutzen, um den Einzelhandel wieder in den Fokus der Bürger zu rücken“, ergänzt Ratsmitglied Tim Hoffmann abschließend.