Sundern. Die CDU Sundern sieht wichtige Weichenstellungen für die Verkehrspolitik in Sundern: Die weitreichenden Tempo-30-Regelungen können auf Grundlage neuer Berechnungen von Straßen.NRW korrigiert werden. Gleichzeitig ist die Reaktivierung der Röhrtalbahn vom Tisch – und damit eröffnet sich die Chance, die Trasse künftig zu großen Teilen für einen Radweg zu nutzen.
Die CDU setzt sich seit Einführung der weitreichenden Tempo-30-Regelungen für eine Korrektur ein und hat deshalb die Überprüfung der Maßnahmen und die Bürgerbefragung angestoßen. Das Ergebnis war deutlich: 89,2 Prozent der 2.568 Teilnehmer sind mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen unzufrieden.
Nun liegt auch die fachliche Bewertung von Straßen.NRW vor. Besonders relevant ist die Grundlage, auf der die Regelungen noch vor der letzten Kommunalwahl angeordnet wurden: Straßen.NRW stellt fest, dass die damals verwendeten Lärmwerte nicht nach dem vorgeschriebenen Berechnungsverfahren ermittelt wurden und deshalb „keine rechtssichere Anordnungsgrundlage nach StVO“ bilden.
Die fachliche Bewertung zeigt den Korrekturbedarf konkret auf: Auf der L 519 in Sundern, in Seidfeld und in Stemel wird der maßgebliche Tagesrichtwert an keinem Gebäude überschritten. In Hachen und an der Silmecke bestehen Überschreitungen am Tag lediglich an einem bzw. zwei Häusern. Zudem kommt Straßen.NRW zu dem Ergebnis, dass aktuell mehrere der bestehenden Tempo-30-Strecken länger sind als die Bereiche, in denen tatsächlich relevante Lärmbelastungen festgestellt wurden.
„Die Bewertung der Behörde bestätigt unsere Forderung nach einer Korrektur. Aus unserer Sicht ist jetzt der Weg frei, die Beschränkungen deutlich abzubauen und somit den Lärmschutz auf die notwendigen und verhältnismäßigen Bereiche zu reduzieren“, erklärt CDU-Ratsmitglied Fabian Blome.
In der kommenden Woche soll der Ausschuss für Bürgerdienste, Ordnung, Sicherheit und Soziales auf Vorschlag der Stadtverwaltung diese beauftragen, „die Anpassung der Geschwindigkeitsbegrenzungen in fünf Maßnahmenbereichen zu prüfen und umzusetzen“. Die CDU unterstützt diesen Vorschlag und den Kurs von Bürgermeisterin Dr. Jacqueline Bila ausdrücklich. Dabei sollen auch Verkehrsfluss, örtliche Wirtschaft sowie die Hilfsfristen von Feuerwehr und Rettungsdienst berücksichtigt werden.
Auch bei der Röhrtalbahn gibt es aus Sicht der CDU eine gute Nachricht: Der Nahverkehr Westfalen-Lippe verfolgt die Reaktivierung zwischen Hüsten und Sundern nicht weiter. Damit besteht nach jahrelanger Diskussion Klarheit. Die CDU hatte sich bereits 2016 für eine Aufgabe der Röhrtalbahn zugunsten eines Radwegs ausgesprochen. Diese Idee sollte nun wieder aufgegriffen werden. Wo es möglich ist, sollte die Trasse zu großen Teilen für einen sicheren und attraktiven Radweg durch das Röhrtal genutzt werden.
„Das ist die verkehrspolitische Wende, die wir für Sundern wollten. Tempo 30 kann jetzt korrigiert werden und bei der Röhrtalbahn herrscht endlich Klarheit. Wir haben beim Tempo 30 den Korrekturprozess und die Bürgerbefragung angestoßen. Jetzt gilt es, gemeinsam mit Bürgermeisterin Jacqueline Bila die richtigen Konsequenzen zu ziehen und zugleich die Chance für einen Radweg auf großen Teilen der Röhrtalbahntrasse zu nutzen“, erklärt CDU-Ratsmitglied Franz Clute.