Röhrtalbahn-Rückzieher: Hat Bürgermeister Angst vor der eigenen Courage?

Röhrtalbahn-Rückzieher: Hat Bürgermeister Angst vor der eigenen Courage?

Sun­dern. Hat Bürg­er­meis­ter Ralph Brodel (SPD) Angst vor der eige­nen Courage? Seinen eige­nen Antrag an den Stad­trat, den ZRL aufzu­fordern, ein weit­eres Gutacht­en zur Reak­tivierung der Röhrtal­bahn in Auf­trag zu geben, zog er zu Beginn der Ratssitzung zurück. Offen­bar fehlte dem Bürg­er­meis­ter die Mehrheit, die er mit ange­blichem Beratungs­be­darf einiger Rats­frak­tio­nen ver­suchte zu über­spie­len. Die CDU bedauerte diesen Schritt. Eine Abstim­mung hätte endlich Klarheit in der Sache gebracht.

In sein­er Haushalt­srede betonte Brodel noch, wie wichtig und richtig eine Bah­nan­bindung Sun­derns sei. Daran gebe es keinen Zweifel. Ver­wun­der­lich, warum dann zur Abstim­mung noch Beratungs­be­darf beste­hen soll. 

Die CDU bleibt bei ihrer Hal­tung: eine Reak­tivierung der Röhrtal­bahn ist aus Sicht der größten Rats­frak­tion wed­er sin­nvoll noch zukun­ft­strächtig. „Wir beken­nen uns zur Schiene“, so die CDU-Vertreter, „aber eben nur dort, wo es auch Sinn macht“. Seit 41 Jahren hat kein Per­so­n­en­verkehr mehr auf der Strecke stattge­fun­den. Auch die Wirtschaft in Sun­dern sieht keine Ver­wen­dung der Schiene. Zur Reak­tivierung wäre ein Investi­tionsvol­u­men von min­destens 13 Mil­lio­nen Euro erforder­lich. Die Folge ein­er solchen Reak­tivierung: regelmäßig geschlossene Bah­nübergänge im Röhrtal und  eine Aus­dün­nung der Busverbindun­gen. „Wir sehen die Zukun­ft im Bere­ich der Elek­tro­mo­bil­ität – aber eben mit Indi­vid­u­alverkehrsmit­teln“, so die CDU. 

Der Rückzieher des Bürg­er­meis­ters ist bedauer­lich. Und zeugt von Angst vor der eige­nen Courage.